Projektbeschreibung

Die Stadt Haft Tappeh (Kabnak) liegt etwa 15 km südöstlich der bedeutenden Stadt Susa, in der heutigen iranischen Provinz Chuzestan. Aufgrund ihrer geographischen Lage am Rande der mesopotamischen Ebene und an den Ausläufern des Zagros-Gebirges stellt die Region eine wichtige Kontaktzone zwischen Mesopotamien im Westen und dem iranischen Hochland im Osten dar.

Schon die Ausgrabungen Ezatollah Negabhans, die zwischen 1965 und 1978 durchgeführt wurden, haben neben monumentalen Gebäudestrukturen auch zahlreiche Tontafeln zutage befördert, die in der Mehrzahl administrative Vorgänge beleuchten und somit auf die Bedeutung der Stadt zu Beginn der späten Bronzezeit schließen lassen.

Die archäologischen Untersuchungen in Haft Tappeh wurden von 2001 an von Behzad Mofidi-Nasrabadi weitergeführt. Im Rahmen der Grabungskampagnen von 2005 und 2007 wurde ein Gebäudekomplex freigelegt, in dem weitere 634 Tontafeln und Tafelfragmente gefunden wurden. Die Texte sind ebenfalls administrativer Natur und in akkadischer Sprache verfasst. Sie stellen somit für die Region die letzten Zeugnisse akkadischsprachiger Administration dar, bevor sich das Elamische als Verwaltungssprache durchsetzte.

Dieser bedeutende Textfund wird im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh (Iran)“ erstmals bearbeitet. Auf Basis von 3D-Aufnahmen wird die editio princeps in einem innovativen Ansatz dabei vollständig unter digitalen Gesichtspunkten erfolgen. Im Zuge dessen kooperiert der Arbeitsbereich Altorientalischen Philologie mit der Hochschule Mainz / Mainzed.

 

Gefördert von der DFG (2019-2022)